Bericht über den Festabend 75 Jahre Faltbootclub Hof e.V. 1932
Unter dem Motto 75 Jahre Faltbootclub Hof e.V. feierte im herrlichen Saal der Bürgergesellschaft, der von den Vereinsmitgliedern zusätzlich in den Vereinsfarben und mit Rennkajaks geschmückt wurde, der Faltbootclub Hof e.V. 1932 zum Auftakt dieses Jubiläumsjahres im Rahmen eines Galaabends. Der Einladung waren 200 Gäste, Freunde, Gönner und natürlich Vereinsmitglieder aus Nah und Fern gefolgt. Den Auftakt bildeten, es muss so sein, die Grußworte des 1. Vorsitzenden Rolf Burger, des Oberbürgermeisters Dr. Harald Fichtner, der mit Bürgermeister Eberhard Siller der Einladung gefolgt war, des Präsidenten des Bayerischen Kanuverbandes Wilhelm Rogler aus Neuburg, dem Präsidenten des Hofer Sportverbandes Friedrich Rister, der CSU-Fraktion im Hofer Stadtrat durch Wolfgang Fleischer, der SPD-Fraktion durch Michael Bursian, beide Fraktionen waren mit mehreren Stadträten vertreten, dem Vorsitzenden der IfL Hof, Günter Merkel sowie einer großen Anzahl von Kanusportvereinen aus Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt, mit denen der Faltbootclub Hof, zum Teil schon seit Jahrzehnten und seit der Wiedervereinigung sportliche Freundschaft pflegt. CSU-Stadträtin Bettina Zschätzsch war mit ihrem Ehegatten Dr. Michael Zschätzsch, der die Hofer Regatta von Anfang an als Regattaarzt begleitet, als Mitglieder anwesend. Besonders erfreut waren die Verantwortlichen und die Vereinsmitglíeder natürlich, dass alle Grußworte mit einem Geld- bzw. Gastgeschenk verbunden waren, die einmal aus der „rechten“ oder aus der „linken“ Jackentasche herausgeholt wurden. Alle Festredner, vor allem auch Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner, betonten die gute und erfolgreiche Jugendarbeit die der aus 160 Mitgliedern bestehende Verein seit seiner Gründung leistete, hoben den Willen zur Selbsthilfe hervor, mit dem die Mitglieder alle Widerwärtigkeiten in den zurückliegenden Jahrzehnten überstanden haben Weiterhin betonten sie den hohen Stellenwert der internationalen HofRegatta im Kanu-Sprint auf dem Quellitzsee in Tauperlitz hervor, die weit über die nationalen Grenzen hinaus bekannt ist und mit rund 1.200 Teilnehmern die vermutlich größte Sportveranstaltung ihrer Art auf der Welt ist. Im Anschluss an die Festreden ehrte Rolf Burger eine Reihe von langjährigen Mitgliedern für ihre Treue, die sie dem Verein hielten, obwohl sie zum Teil schon viele Jahre nicht mehr in Hof wohnten. Dies waren: Für 25 Jahre Vereinsmitgliedschaft erhielten Annemarie Meyer, Petra Wolfrum, John Warner und Uwe Voigtländer die silberne Vereinsauszeichnung. Für 40 Jahre Vereinsmitgliedschaft erhielten Hartmut Otto, Gerhard Schmalz, Wolfgang Strunz und Gerd Voigtländer die Ehrenauszeichnung in Gold.
Danach wurden die Übungsleiter und Trainer des Faltbootclubs Hof Günther Meyer und Albert Müller für ihre langjährige und erfolgreiche Jugend- und Vereinsarbeit mit einer Sonderehrung durch den Präsidenten des Bayerischen Kanuverbandes Wilhelm Rogler und den Bezirksvorsitzenden Klaus Neupert ausgezeichnet.
Im Foyer der Bürgergesellschaft hatten die Vereinsmitglieder unter Leitung von Christel und Horst Schlisio sowie Michael Felsen eine Ausstellung mit Bildern, Booten, Paddeln und Diashow aufgebaut, die einen Rückblick auf die vergangenen 75 Jahre Vereinsgeschichte Faltbootclub Hof ermöglichten. Sogar ein Faltbootzweier vom Typ „Klepper Aerius“ war aufgebaut. Vom Faltboot, das eigentlich nur noch wenig im Einsatz ist, leitet der Verein seinen Namen ab. Vorsitzender Rolf Burger brachte dies auch in seiner Ansprache zum Ausdruck, dass der Faltbootclub eigentlich Kajak-Rennsportclub Hof heißen müsste, aber die Vereinsmitglieder möchten an ihren Gründernamen Faltbootclub Hof festhalten. Beim Empfang im Foyer wurde jedem Teilnehmer am Galaabend, die insbesondere vom Vorsitzenden Rolf Burger gestaltete Chronik in Form eines Kalenders, der vom September 07, dem Höhepunkt des Jubiläums mit der Regatta bis zum Dezember 08 reicht, übergeben. Sowohl die Gäste wie auch die Vereinsmitglieder waren von der professionellen Gestaltung der Chronik sowie des Kalendariums mit den tollen Bildern der HofRegatta begeistert.
Carl Mügge, Bürgermeister und Apotheker, Gründungsvorstand von 1932 hob schon im März 1933 bei der Einweihung einer Bootshalle unterhalb der Gaststätte „Stadtpark“ am Sand, hervor: „Möge unsere Halle stets der Ort treuer Kameradschaft und idealer Sportauffassung sein. Möge ein frisch-fromm-fröhlicher Geist hier stets die Sorgen des Alltags vergessen machen.“ Von diesem Leitspruch scheinen die heutigen Verantwortlichen und Mitglieder noch immer beseelt zu sein. Nur dadurch scheinen die Erfolge und der Zusammenhalt erklärlich zu sein. Denn eins steht fest: Der Faltbootclub Hof ist einer der erfolgreichsten Sportvereine in Hof. Eine kleine Übersicht zu dieser Aussage: Sportler und Sportlerinnen haben seit Bestehen des Faltbootclubs (Kurzform FCH) 15 deutsche Meisterschaften, 15 deutsche Vizemeisterschaften, 4 deutsche Seniorenmeisterschaften, 59 süddeutsche Meisterschaften und 260 bayerische Meisterschaften erkämpft. Gekrönt werden diese Erfolge durch eine Juniorenweltmeisterschaft im Kajak-Zweier und eine Juniorenvizeweltmeisterschaft durch Petra Wolfrum im Jahr 1989 sowie von vier Seniorenweltmeisterschaften im Kajak-Einer, -Zweier und –Vierer durch den sechsmaligen Weltmeisterschafts- und zweimaligen Olympiateilnehmer Hans-Peter Mayr. Diese beiden erfolgreichsten Sportler des Faltbootclubs waren beide am Galaabend anwesend und hatten die weite Anreise aus Lindau und Lenzing/Österreich nicht gescheut. Obwohl viele Vereinsmitglieder aus Nah und Fern angereist waren und sich großartig unterhielten, musste eine große Zahl „Ehemaliger“ durch Auslandsaufenthalte, beruflichen Gründen oder aus Krankheit ihre Teilnahme absagen.
Nach dem offiziellen Teil wurde ein fränkisches Spezialitäten - Buffet geboten, das von der Metzgerei Herpich, dem Anlass entsprechend, stilvoll angeboten wurde. Schon während des Essens stimmte die Tanzkapelle „Die drei Kneissl“ alle Anwesenden auf den nachfolgenden Tanz ein, der bis weit in die Nacht hineinging. Eine zu Herzen gehende Ehrung war die Übergabe eines Übungskajaks an die Übungsgruppe des Therapeutisch Pädagogischen Zentrums Hof, die aus ca. 12 Kindern mit geistigen Behinderungen besteht Die Gruppe trainiert wöchentlich mit dem Übungsleiter des FCH Horst Schlisio, der diese Gruppe gegründet hat. Im Sommer am Untreusee und im Winter im Hallenbad des TPZ.
Das Boot konnte aus dem Erlös der T-Shirt-Aktion der Hofer Regatta mit dem Aufdruck „Kalt aber geil“ und aus Spenden erbracht werden.
Vier Kinder dieser Gruppe nahmen im vergangenen September an den „Special Olympic Games“ in Berlin teil, wo sie sogar Medaillenränge erringen konnten. Stephanie Gebhardt könnte sogar an diesjährigen „World Olympic Games“ in Shanghai teilnehmen. Dies scheitert jedoch daran, dass Ihre Mutter als Begleitperson ihre Kosten selbst tragen müsste. Einer der Höhepunkte waren in jedem Fall auch die Darbietungen der orientalischen Tanzgruppe „Bahariya“ mit ihrer Leiterin Gabi Reitzenstein,
die alle Anwesenden in die Welt der Märchen von „1001 Nacht“ versetzten. Nächster Höhepunkt des Jubiläumsjahres wird, wie schon erwähnt, die internationale HofRegatta im Kanu-Sprint werden, zu der sich jetzt schon wieder viele Vereine unter anderem aus Tschechien und Ungarn angemeldet haben.
Wer Interesse an der Vereinschronik hat, kann die Textpassagen im Internet unter http://www.faltbootclub-hof.de anschauen und herunterladen oder die die gedruckte Ausgabe mit tollen Sportbildern für eine kleine Unkostengebühr beim Vorsitzenden Rolf Burger unter der E-mail-Adresse: mailto:info@faltbootclub-hof.de oder unter der Rufnummer 09281/46374 bestellen.
Bericht: G.M.