Hauptbericht von der 19. internationalen HofRegatta im Kanusprint am 18./19.09.10
19. internationale HofRegatta im Kanusprint
Packende RennenDie 19. internationale Hof-Regatta im Kanusprint lockt wieder rund 1000 Athleten auf den Tauperlitzer See. Darunter sind auch viele Weltmeister und Mitglieder der Nationalmannschaft
Zum Abschluss der Kanuwettkampfsaison setzt der Faltbootclub Hof mit seiner internationalen Sprintregatta auf dem „Tauperlitzer“ See jedes Jahr neue Akzente. Im vorigen Jahr waren dies die frischgebackene Weltmeisterin Tina Tietze aus Leipzig mit den meisten Siegen, die sich wegen ihrer Grundausbildung bei der Bundeswehr entschuldigen ließ, und der dreimalige Olympiasieger Andreas Dittmer. Heuer setzten diese in den für die HofRegatta typischen Mixed- und Staffelrennen, die teilnehmenden Nationalmannschaftsmitglieder und Welt- und Ex-Weltmeister Frederike Leue, Jonas Ems, Essen, Hendrik Bertz, Berlin, Sören Schust, und Erik Leue Magdeburg, Canadierfahrerin Lydia Weber, Dresden sowie die frisch gebackenen Junioren-Europameister Steffi Kriegerstein und Tom Liebscher. Sie durften auf Weisung der Nationaltrainer überwiegend nicht in den Einerrennen antreten, bis auf die Juniorennationalfahrer sowie Lydia Weber und Frederike Leue. Dafür starteten sie jedoch bei dieser Sprintregatta typischen Renngemeinschaften und Mixed-Rennen, wobei ihnen allerdings die Sprintspezialisten aus Friedrichshafen mit dem Hofer Kanutalent Melanie Gebhardt in einigen Rennen „die Suppe versalzten“. Kurzfristig angereist war auch das Mitglied der Schwerbehinderten-Nationalmannschaft Michael Katzenmeier aus Stuttgart, der in einem Rennen der Senioren A mit Christel Schlisio, ehemalige Spitzenpaddlerin in Hof und Berlin, der Ehefrau des Nationaltrainers Horst Schlisio, an den Start paddelte. Außerordentlich erfolgreich zeigten sich in den Rennen der Leistungsklassen die Sprintspezialisten vom KS Friedrichshafen. Die Sportler um in Hof schon mehrfach siegreichen Sprinterass Jürgen Schüle gewannen nicht nur das schnellste Rennen der Regatta, den Vierer der Herren Leistungsklasse mit Jürgen Schüle, Niklas Böhme, Maik Schildhauer und Martin Schubert vor der Renngemeinschaft Martin Roßdeutscher/Mittweida, Hendrik Bertz/Berlin, Sören Schust/Magdeburg und Tom Liebscher/Dresden und der weiteren RG mit Sebastian Müller/Hof, Martin Breitbarth/Jena, Thomas Gebauer/Kleinheubach und Silvio Knorr/Mittweida, in einem immer wieder in seinen Bann zieht. In faszinierender, unvorstellbar schneller Weise fliegen doch in diesem Rennen durch die Luft und schießen die Boote über das Wasser. Den Zweier holte sich ebenfalls Schüle mit seinem Partner Böhme vor der Besetzung Martin Roßdeutscher/Mittweida und Tom Liebscher/Dresden und vor den Mitfavorisierten Milan Oslik/Branco Tarkulic aus Chomutov/Tschechien. Nur im Einer musste er sich Martin Roßdeutscher und Robby Rudat/Dresden als Dritter begnügen. Mit Beteiligung des Hofer Kanutalents Melanie Gebhardt am Schlag, gewannen die Paddler vom Bodensee sowohl der Mixed-Vierer und wurden zweite in der gemischten Staffel, die die A-Nationalfahrer um Frederike und Erik Leue, Hendrik Bertz, Jonas Ems und Sören Schust. Den Mixed im Kajak-Zweier sicherten sich nicht nur die im Boot befreundeten Frederike Leue/Jonas Ems für die KG Essen vor den Booten aus Potsdam und Berlin. In diesem Rennen konnten sich Julia Kleinfeldt/Hof mit dem Ex-Hofer Christoph Zettl, jetzt Hannover einen siebten Rang erpaddeln. Tolle Szenen gab es bei der Staffel der Herren Leistungsklasse viermal Kajak-Einer. Hier gab es eine Kenterung bei der Stabübergabe durch die Mannschaft Chomutov II und zwei Staffeln verloren den Stab bei der letzten Übergabe. Während Chomutov I anzeigte seinen Stab verloren zu haben, verzögerte der Schlussfahrer vom KSV Flöha das Vorzeigen des Stabs, bis ihm der nachfahrende dritte Mann den Stab wieder ins Boot gelegt hatte. Das Schiedsgericht ließ sich aber nicht übertölpeln und disqualifizierte die Staffel von Flöha trotzdem. Außerdem gabe es eine Verwarnung wegen Unsportlichkeit. Den Damenvierer gewann die Besetzung der LVB Leipzig mit Melanie Gebhardt und im Zweier wurde Melanie hinter der Besetzung Kriegerstein/Breuer aus Dresden erneut Zweite. Den sechsten Platz in diesem Rennen erkämpfte sich die Hofer Besetzung Johanna Relius/Victoria Zettl. Im Einer der Damen holte sich Steffi Kriegerstein den Sieg vor Frederike Leue und Hannah Patzelt, KRV Hof-Aschaffenburg. Dabei muss aber zur Ehrenrettung von Fredi Leue gesagt werden, dass sie das Rennen mit dem für sie viel zu großem Paddel (Länge und Blattgröße) bewältigen musste, da sie ihr Paddel, dass dem Deutschen Kanuverband gehört, dem schon abgereisten Sören Schust mitgeben musste.
Bei den Junioren gewannen die diesjährigen Europameister im Kanusprint, Steffi Kriegerstein vom Blauen Wunder Dresden, sowohl wie Tom Liebscher vom KC Dresden alle Rennen in der Juniorenklasse und starteten zumeist noch in einigen siegreichen Booten der Leistungsklassen. Die Siege im Rennen der Canadier ging in den Mannschaftbooten ausschließlich an eine der Hochburgen aus Leipzig, Friedersdorf, Jeßnitz und Sandersdorf sowie im Einer an Peter John aus Berlin-Charlottenburg. Im Rennen der Achter Canadier, nach dem Kajak-Vierer der Herren Leistungsklasse das imposanteste Rennen, verteidigte der WSC Friedersdorf zum dritten Mal den Pokal und gewann vor dem LVB Leipzig und einer Auswahl aus Brandenburg. Im Mixed der Canadier-Zweier siegten die Favoriten Frederike Leue mit ihrem Bruder Erik deutlich vor einer Besetzung aus Mannheim-Neckarau und Jeßnitz. Den Canadier-Einer bei den Damen gewann die sechste der diesjährigen Weltmeisterschaften Lydia Weber vom KVL Dresden. Ein kleiner Wermutstropfen für die Veranstalter war die kurzfristige Absage der Mannschaft vom BKV Budapest wegen Transportproblemen. Die starke Mannschaft aus Budapest hätte sicherlich noch einige Rennen in den Leistungsklassen der Kajaks und im Canadierbereich bereichert. Den Mannschaftspokal erkämpfte sich, wie in den vergangenen drei Jahren mit großem Punktevorsprung die Mannschaft vom Blauen Wunder Dresden vor der LVB Leipzig und der KRV Hof-Aschaffenburg, die nur drei Punkte hinter Leipzig lag. Eine ganze Reihe von Erfolgen in allen Altersklassen gab es auch für die Hofer Kanuten. Über diese und über die von Melanie Gebhardt erfolgt gesonderter Bericht. Die gut organisierte der Ortsgruppe Hof von der DLRG meisterte die vielen Kenterungen souverän und zog die Sportler, ohne Behinderung der nachfolgenden Rennen, aus dem kalten Wasser.
G.M.Zwei Weltmeister in einem Boot: (von links) Hendrik Bertz, Berlin-Grünau, und Jonas Ems KG Essen. Weitere Bilder auf www.frankenpost.de Foto: Sammer