33 x Internationale Sprintregatta

von Markus Schmalz

Immer wieder „Kalt, aber geil“

Diesem Werbespruch wurde die Internationale Sprintregatta auch in der 33. Auflage wieder mal gerecht. „Na, wenigstens regnet es nicht!“ sagten viele Teilnehmer und auch die Organisatoren mit Blick auf die fliegenden Wolken und eingemummelt wegen dem kalten Wind. Alle Rennen fanden im 2-Minuten-Takt statt. Die erfahrenen ehrenamtlichen Kampfrichter und auch alle Sportler gaben ihr Bestes, um dem starken Rückenwind gerade am 200m Start zu trotzen. Die DLRG mit ihren vielen Einsatzkräften haben gerade bei den in Hof berühmt-berüchtigten Staffelrennen viel zu tun, um gekenterte Boote von der Regattabahn zu holen und die Paddler an Land zu bringen. Zum Trost gibt’s für die Sportlerinnen und Sportler „Kenterenten“ statt Medaillen. Apropo Medaillen:  Das Motiv 2024 ehrt die Männer „der ersten Stunde“, Günther Meyer, Rolf Burger und Albert Müller. Günther Meyer und Rolf Burger hatten die Idee, Albert Müller stand von Anfang an für die Einrichtung der Infrastruktur. Also drei und dreißig Jahre mit drei Männern.

Mehr als 70 ehrenamtliche Helfer arbeiteten über eine Woche an der Einrichtung der Regattastrecke, dem Zeltaufbau und der Installation des Zeltplatzes. Dafür, dass über 700 Teilnehmer aus 46 Vereinen sich am Wochenende am Quellitzsee in Tauperlitz zur „Internationalen Gealan Sprintregatta“ einfinden konnten. Wie seit vielen Jahren kamen die teilnehmenden Vereine aus Ungarn, Österreich, Schweiz und Deutschland. Für den ungarischen Nationaltrainer der Parakanuten, Botond Hajdu ist die Teilnahme an der Regatta in Tauperlitz Urlaub. „Nach der anstrengenden Saison mach ich erst mal mit meinen Sportkameraden vom Verein Urlaub in Tauperlitz, danach fahre ich mit mit meiner Frau weg.“ Sagt er. Zumindest ist das sein Plan, denn die aktuelle Hochwassersituation in Budapest macht ihn gerade unruhig. In diesem Jahr startete er nicht nur im K1, K2, K4 und den Staffeln, sondern auch im Parakanu-Mix Rennen zusammen mit Stephanie Gebhardt vom Faltbootclub Hof. Neben den vielen Paddlerinnen und Paddlern von 7 bis 77 Jahren kamen auch interessierte Zuschauer nach Tauperlitz. Die Stadion-Atmosphäre zieht auch bei kühlem Wetter. Denn im großen geheizten Zelt warteten dann Kaffee und Kuchen, sowie die Klassiker Bratwürste und Steaks auf die Hungrigen. Der stärkste Verein und damit Gewinner des Mannschaftspokals war wieder mal der LVB Leipzig. Er kam mit 68 Teilnehmern nach Hof, die besonders in den Canadier-Rennen Erfolge einfuhren. Die KRV Hof erreichte in dieser Wertung den hervorragenden vierten Platz. Die Hofer punkteten vor allem im Nachwuchsbereich der 7 bis 10-jähirgen. Hier konnten alle, die erst in diesem Jahr das Paddeln erlernt haben, große Regatta-Luft schnuppern. „Im Boot sitzen bleiben, gerade über die Strecke kommen – das ist doch klasse!“ war dazu die Aussage einer stolzen Mutter, die auch zum ersten Mal eine Regatta erlebte. Von kleinen Paddlerinnen, die hier ihren ersten Wettkampf fahren, bis hin zu gestandenen und erfahrenen Paddlern kommt in Hof die große Paddelfamilie zusammen. Seit 20 Jahren gehören auch Sportlerinnen und Sportler mit Einschränkungen dazu. Diese kamen in diesem Jahr aus Schwedt, Karlsruhe und Hof. Sie fuhren voller Begeisterung in Einer, Zweier und Mix-Rennen um die Medaillen und Pokale. Zwei Besucherinnen von Special Olympics Bayern, die die nächsten Landesspiele in Erlangen 2025 vorbereiten, zeigten sich sehr beeindruckt von der gelebten Inklusion bei der „Internationalen Gealan Sprintregatta“.

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